Faber-Castell Goldfaber Aqua Aquarellstifte

Schneeglöckchen, gemalt mit Faber-Castell Goldfaber Aqua Aquarellstiften (Foto und Grafik: Martin Dühning)
Schneeglöckchen, gemalt mit Faber-Castell Goldfaber Aqua Aquarellstiften (Foto und Grafik: Martin Dühning)

So wie Omas Staedtler-Stifte in meiner Kindheit die ersten Buntstifte waren, waren in den 1990ern die Goldfaber-Aquarellstifte meine ersten wasservermalbaren Farbstifte.

Geschenkt hatte mir die damaligen Goldfaber Aquarellstifte meine Mutter Ursula Dühning – und dieses Set aus den 1990ern besitze ich auch immer noch. Zusammen mit meinem alten Schmincke-Aquarellkasten aus dem Kursstufen-Kunstunterricht bei meinem Kunsterzieher Roland Ueber waren diese Farben am Ende meiner Schulzeit am Klettgau-Gymnasium und dann später während des Studiums in Freiburg meine Hausfarben – anderes konnte ich mir damals auch nicht leisten. Damit entstanden eine Reihe sehr kleiner, aber teils feiner Werke.

Das Gemälde von König Milony für Schloss Milony Island wurde 1995 mit Goldfaber Aquarellstiften gemalt (Foto und Grafik: Martin Dühning).
Das Gemälde von König Milony für Schloss Milony Island wurde 1995 mit Goldfaber Aquarellstiften gemalt (Foto und Grafik: Martin Dühning).

Inzwischen besitze ich mit den Albrecht Dürer Aquarellstiften von Faber-Castell und den Caran d’Ache Museum Aquarellstiften natürlich deutlich bessere Farben. Aber die alten Goldfaber habe ich nie vergessen. Im Rahmen des großen Buntstiftetestes, dem auch ein Aquarellstifte-Test folgen soll, habe ich mir also die aktuelle Ausgabe der Goldfaber Aquarellstifte besorgt.

Inzwischen heißen diese Stifte „Goldfaber Aqua“ und es gibt sie insgesamt 48 Farben. Die Farben sind dem universalen Farbkatalog von Faber-Castell entnommen und die einzelnen Farbtöne stimmen auch sehr akkurat mit den passenden Albrecht Dürer Aquarellstiften überein.

Die 48 Farben umfassende Farbtabelle der Goldfaber Aqua Stifte (Foto: Martin Dühning).
Die 48 Farben umfassende Farbtabelle der Goldfaber Aqua Stifte (Foto: Martin Dühning).

Gespart hat man aber wohl am Holz, das rauer wirkt, sich aber dennoch gut spitzen lässt. Gegenüber ihren professionelleren Geschwistern sind auch die Minen etwas dünner und härter, sie geben auch nicht soviel Pigment ab. Dadurch sind sie im Vergleich etwas blasser, wenn man sie vermalt. Blasser fallen die Farben auch im Vergleich zu den Staedtler Karat Aquarellstiften aus. Die Goldfaber Stifte mit den hochpreisigen Stiften von Derwent oder Caran d’Ache zu vergleichen wäre nicht fair, daher lasse ich es gleich. Denn die Goldfaber Aqua Stifte richten sich kaum an Profikünstler.  Trotzdem lässt sich mit ihnen immer noch genau so gut zeichnen und malen wie seinerzeit in den 1990ern, was gewisse nostalgische Gefühle bei mir weckte.

Schneeglöckchen, gemalt mit Faber-Castell Goldfaber Aqua Aquarellstiften (Foto und Grafik: Martin Dühning)
Schneeglöckchen, gemalt mit Faber-Castell Goldfaber Aqua Aquarellstiften (Foto und Grafik: Martin Dühning)
Schneeglöckchen, gemalt mit Faber-Castell Goldfaber Aqua Aquarellstiften (Grafik: Martin Dühning).
Schneeglöckchen, gemalt mit Faber-Castell Goldfaber Aqua Aquarellstiften (Grafik: Martin Dühning).

Sehr positiv finde ich auch, dass die Goldfaber Stifte, ähnlich wie auch die Albrecht Dürer Stifte, im trockenen wie wasservermalten Zustand recht ähnliche Farben darstellen, sodass man keine Überraschungen erlebt wie bei den Derwent Stiften, wenn man die Farben vermalt – und weil sie auch im trockenen Zustand gut leuchten, muss man sie auch nicht vermalen, um ihre Pigmente zu beleben. Die Pigmente lösen recht fein auf, verblassen aber auf dem Papier recht schnell, wenn man sie vermalt. Das kann ein Nachteil sein, aber für Anfänger ist es vielleicht auch ein Vorteil, weil man so besser lasieren kann. Da die Palette nur 48 Farben aufweist, muss man sowieso häufiger mischen und gerade bei hellen Hauttönen für Porträts ist das Verblassen der Farben vielleicht sogar ein Muss, weil man die Hauttöne sonst nicht hinbekommt. Die Stifte Nr. 47 und 48 sind Gold und Silber, diese funktionieren aber genauso schlecht wie ihre Profigeschwister bei den Albrecht Dürer Stiften. Meiner Ansicht nach sind sie nur Verzierung. Ich hätte es besser gefunden, wenn man statt diesen dem 48er Set noch zwei Brauntöne zusätzlich gegönnt hätte. Denn Brauntöne sind in der 48er-Palette der Goldfaber-Stifte eher rar (das gilt auch für die nicht wasservermalbare Variante). Dafür gibt es mehr knallige Farben, besonders Rottöne.

Obwohl ich viele gute Erinnerungen an die Faber-Castell Goldfaber Aquarellstifte habe, würde ich aus heutiger Sicht eher gleich zu den Albrecht Dürer Stiften raten, oder, wenn diese zu teuer sein sollten, zu den Staedtler Karat Aquarellstiften. Die Universalpalette von Faber-Castell kann aber kaufentscheidend sein, wenn man bereits andere Produkte des Herstellers besitzt und sich nicht wieder an eine neue Farbtabelle gewöhnen will. Maximal 48 Farben der Goldfaber-Reihe sind nämlich nicht viel, sie lassen sich aber so mit anderen Faber-Castell-Produkten ergänzen – sinnvoll wären da beispielsweise die Pitt Artist Tuschestifte.

Über Martin Dühning 1554 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

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